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Detailierte Beschreibungen und Kommentare von

Verband für Waffentechnik und -geschichte e. V.

“Da gibt es Dinge, die fast jeder Sammler von Militärwaffen zwar in in seinem Bestand hat, die aber zumeist nur ein Beiwerk zur eigentlichen Sammlung darstellen: Patronentaschen, Patronengürtel und Banduliere.
Nun hat unser Verbandskollege Alfred A. Kruk ein Buch ganz speziell über diese zu Unrecht verkannten Ausrüstungsgegenstände geschrieben. In fast 10 Jahren Forschungs- und Schreibarbeit hat er ein Referenz- und Nachschlagewerk mit grundlegendem Wissen in Wort und Bild zu Patronenträgern, Zeugtornistern und Infanteriegepäck geschaffen.
Das Buch beschreibt 430 Muster von 36 Staaten. Darin sind sowohl 500 Abbildungen von Patronenträgern enthalten. Ferner AUszüge aus Patentschriften oder Dienstanweisungen.
In diesem Buch werden Entwicklungen, Truppenerprobung und Bewährung im Einsatz ebenso beschrieben wie die Modifikationen entsprechend dem waffen- und munitionstechnischen Fortschritt der Infanteriebewegung. Trageweise, Handhabung oder die Muster der Teilstreitkräfte werden anschaulich dargestellt. Natürlich auch Details wie Gewicht und Verwendungsdauer.
Darf ich ganz einfach schildern, was ich gemacht habe, als ich dieses Buch in Händen hatte: Ich habe einige Schubladen durchgegraben und all die Patronentaschen etc. herausgesucht, die mal den Weg in meine Sammlung gemacht haben udn mußte dann feststellen, daß ich mit meiner Einstufung, was es denn wohl sei, leider nicht immer richtig lag. Man lernt nie aus. ich glaube, ich werde künftig mit wacheren Augen über die Börsen oder Märkte gehen.
Dieses Buch ist wieder einmal ein Beispiel, wie durch die private Forschung von Sammlern Informationen zusammengetragen werden. Es ist ohne jede Einschränkung zu empfehlen.
kjb

Verband für Waffentechnik und -geschichte e. V., Klever Straße 80, 40477 Düsseldorf, Telefon (02 11) 46 48 44

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Zeitschrift für Heereskunde

Trotz einer reichhaltigen Literatur über Uniformen liegen kaum Untersuchungen über die Ausrüstungen der Soldaten vor, sieht man einmal von Helmen ab. Der Verfasser hat in langjähriger Forschungsarbeit für die Patronentaschen und -gürtel nun eine Lücke geschlossen. Aufgrund umfangreicher Recherchen in allen erreichbaren Militärmuseen, einschlägigen Vorschriften und Dokumentationen gelang ihm eine außergewöhnlich weit gespannte und gründliche Darstellung dieses Spezialthemas. Insgesamt werden 36 Staaten behandelt, neben sämtlichen europäischen Staaten und den USA auch einige “Exoten” wie Mexiko, Siam oder Uruguay. Allein der Abschnitt für Deutschland umfaßt dabei 60 Seiten. Der Quellenlage entsprechend sind natürlich nicht für alle Länder sämtliche Patronentaschenmodelle lückenlos nachweisbar, Soweit dies möglich war, werden aber alle Patronentaschen in ihrer zeitlichen Abfolge beschrieben und mit instruktiven Fotos oder Abbildungen nach zeitgenössischen Verordnungen abgebildet. Neben der engen Verzahnung mit den entsprechenden Gewehrmodellen bietet der Text noch viel Material über die Herstellung und Verwendung der Patronentaschen, auch eventuell bekannte Varianten. Die Darstellung beginnt mit den ersten Patronentaschen für Hinterladergewehre und endet etwa mit dem 2. Weltkrieg, wobei die Magazintaschen heutiger Sturmgewehre nicht mehr erfaßt wurden. Sie konzentriert sich nicht nur auf die am Gürtel befestigten Taschen der Infanterie, sondern behandelt auch die Patronengürtel bzw. Patronenbandiliere (!) der berittenen Truppen. Da alle Taschen in Vorder- und Rückansicht wiedergegeben sind, ist ein leichtes Identifizieren der Objekte möglich, wenn auch bedauerlicherweise auf jegliche Maßangabe verzichtet wurde. Zahlreiche Fotos dokumentieren dazu die Trageweise der Patronentaschen und zeigen den Soldaten in voller Marschausrüstung. Insgesamt hat der Autor ein hervorragend dokumentiertes Nachschlagewerk geschaffen, das auch aufgrund seiner reichen Bildausstattung in guter Druckqualität sehr zur Anschaffung empfohlen werden kann.
Jürgen Kraus.

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Kurz & Bündig aus Waffenmagazin Visier

Patronentaschen, sowie Koppel-Tragesysteme stellen so etwas wie das Stiefkind der Waffen- und Militariakunde dar. Sehr zu Unrecht, da es sich hierbei um eine aufschlußreiche Ergänzung zu jeder Waffen- oder Uniformsammlung handelt und auch als eigenständiges Sammelthema dienen kann. Alfred A. Kruk hat sich seit Jahrzehnten der Erforschung dieses Interessengebietes verschrieben, zahllose Dienstvorschriften gesichtet, Erinnerungsfotos gesammelt und Originalstücke zusammengetragen. Fast als eine Art “Lebenswerk” ist nun im Eigenverlag ein umfangreiches Buch Herausgegeben, das die Redaktion jedem Waffensammler und Militaria-Begeisterten zum Kauf empfehlen kann. Obwohl das Thema vom Autor bewußt auf die Epoche 1850 -1950 eingeschränkt wurde, entstand hier doch ein Standard- und Nachschlagewerk, das endlich eine große Lücke in der Fachliteratur schließt. Denn diese 100 Jahre decken genau die wichtigsten Ereignisse in der modernen Waffen- und Militärgeschichte ab: Der Übergang vom Vorder- zum Hinterlader, die Einführung von Mehrladesystemen in allen Armeen und die beiden Weltkriege. Wo er dafür Belege fand, erwähnt der Autor auch die Weiterverwendung ehemals militärischer Patronentaschen und Tragevorrichtungen bei Polizei und Zoll, beispielsweise in den 50er Jahren bei der österreichischen Gendarmerie, die zu ihren SMLE No. 1 Mark III alte “Patronentaschen zum Karabiner” trug. WIe unerschöpflich und vielseitig dieses Sammelgebite ist, zeigt Kruk an zahlreichen Beispielen. Und er scheut sich nicht, am Ende einen Anhang mit dem Titel “Patronenträger mit ungeklärter Herkunft” zu bringen.
Auf 360 Seiten im DIN A4 Format beschreibt Kruk über 430 Muster von Patronentaschen, -gürteln und anderem Infanterie- und Kavallerie-Gepäck. Dabei berücksichtigt er die militärischen Entwicklungsstufen in den 36 führenden Staaten jender Zeit, von Argentinien bis zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Etwa 800 Abbildungen runden die Präsentation ab, wobei die einzelnen Patronentaschen oft sehr detailiert und mit Vorder- und Rückansicht gezeigt werden. Dazu kommen zeitgenössische Photos, die das Infanteriegepäck “am Mann” und im Einsatz zeigen und weitere Aufschlüsse darüber geben, wie das Material getragen wurde. Seltene Exemplare konnte Kruk zusammentragen, so etwa die drei verschiedenen Versionen des Patronengürtels 94 für die deutsche Schutztruppe oder die Bandulier-Patronenträger für die britischen Marine-Landungstruppen von 1901. Das Werk beschränkt sich auch nicht nur auf Lederzeug, sondern berücksichtigt gleichberechtigt die Web- und Canvas-Ausführungen, wie sie zum Beispiel in den USA (Mills) aber auch in Großbritannien, Kanada und anderen Ländern geführt wurden. Dazu kommen wirklich rare Modelle, wie die versuchsweise bei Kriegsbeginn 1914 eingeführten Blech-Patronentaschen der Nürnberger Firma Bing.

 

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